STÖRUNGSMELDUNGEN
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Von der Karriereleiter direkt ins Krankenbett: 9 Millionen Deutsche haben bereits ein Burn-out erlebt. Einer von ihnen ist Henk Bader. Als der erfolgreiche Werber einen Hörsturz erleidet, tut er diesen zunächst ab und macht weiter wie bisher: Er hastet von Auftrag zu Auftrag, reist quer durch Deutschland, lebt rasant.
Doch bald quälen ihn Schlaflosigkeit, Versagensängste und Depressionen. Henk Bader ist ausgebrannt, körperlich und psychisch am Ende. Und binnen kurzer Zeit wird aus ihm ein Sozialfall. In seinem autobiografischen Roman Störungsmeldungen schildert der Autor Wolf Hansen seine Erlebnisse als Burn-out-Patient und Dauergast in psychosomatischen Kliniken. Dabei enthüllt er die oft seltsamen Methoden von Therapeuten und warnt eindrucksvoll davor, was passiert, wenn man über den Erfolg das Wichtigste vergisst – sich selbst. Wolf Hansen: STÖRUNGSMELDUNGEN Ein Erfolgsmensch stürzt ab: Die Geschichte eines Burn-outs Autobiografischer Roman ca. 288 Seiten | Broschur ISBN 978-3-86265-117-7 9,95 Euro (D) |
DAS THEMA
Ob Burn-out, Depressionen oder Panikattacken – psychische Erkrankungen haben in den letzten Jahren zugenommen. Wurde das Leiden der Betroffenen lange totgeschwiegen oder belächelt, ist es inzwischen Medienthema und deutsche Realität. Erst kürzlich sprachen der Fußballtrainer Ralf Rangnick, TV-Koch Tim Mälzer und Schlagersängerin Michelle über die totale Erschöpfung. Was sie erlebt haben, ist inzwischen 9 Millionen Deutschen passiert.
Schuld an den neuen Volkskrankheiten sind vor allem die hohe Belastung im Job und der ständige Leistungsdruck. Statt Familienleben, Freizeitvergnügen und Freundschaften zählt nur noch der Erfolg. Und irgendwann rast das Herz, die Konzentration versagt, die Stimmung wechselt. Kurz: Der Körper macht schlapp – und plötzlich ist das Leben ein völlig anderes. |
DAS BUCH
Henk Bader ist vom Erfolg verwöhnt. Nachdem er einige Jahre als festangestellter Texter und Creative Director tätig war, macht er sich selbstständig und arbeitet für die renommiertesten Werbeagenturen des Landes. Er umgibt sich mit jungen Frauen, gönnt sich einen Jaguar und zieht von Hamburg nach Berlin.
Die Dinge laufen wunderbar, bis er den Strafzettel für sein Leben auf der Überholspur bekommt: Ein Hörsturz, den er zunächst ignoriert, zwingt ihn schließlich zu einer Auszeit in einem Krankenhaus. Dort kommt er zum ersten Mal mit einem Psychotherapeuten in Kontakt. Doch allen Warnungen des Arztes zum Trotz schaltet Henk Bader nicht einen Gang zurück. Das hat Folgen: Er bricht zusammen, muss Jobs absagen und gerät in eine fatale Abwärtsspirale. |
LESEPROBE
»Es knallte gewaltig, irgendwer haute mit einer Peitsche auf mein linkes Ohr ein. Der Typ am Nebentisch schlürfte nur seinen Espresso und Jean gestikulierte wild mit seinen Händen, aber ohne Folterinstrument zwischen den Fingern. Mir wurde übel und schwindlig, ich schaute Jean hilfesuchend an. Er merkte nichts, die Worte aus seinem Mund verloren auf dem Weg über die Marmorplatte ihren Sinn, verzerrte Fetzen knarzten mir entgegen: ›Zielgrrrp …Ampagneee … Mbeilerrr …‹ Von hinten kam einer, der raus wollte, nicht ohne mir seine Tasche in den Rücken zu boxen. Ich verlor fast das Gleichgewicht und murmelte was von Frische-Luft-Schnappen, rappelte mich auf und taumelte nach draußen.
Die Peitschen waren weg, nun waren Zwerge mit kleinen Hämmerchen am Werk, schlugen unablässig auf mein Trommelfell ein. Gegenüber wachten zwei dicke Polizisten am Eingang zu Joschka Fischers Wohnung, die konnten mir auch nicht helfen. Ich stand in der Tucholskystraße, im Epizentrum der Hippness, und dachte, das wäre das Ende. Wo alles so gut lief, geradezu perfekt.«Wolf Hansen |
DER AUTOR
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