MUNDTOT!?
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Eine sterbenskranke junge Frau erzählt ihre beeindruckende Geschichte und setzt ein Zeichen gegen Diskriminierung und Ablehnung von Menschen mit Behinderung
Im eisigen Winter als Rollstuhlfahrer auf dem Bahnsteig stehen gelassen werden, weil der Zugbegleiter die Rampe nicht ausfahren will? Im Krankenhaus als bettlägeriger Patient darum bitten müssen, gewaschen zu werden? Eigentlich unvorstellbar, doch genau diese Erfahrungen hat Maria Langstroff, die seit 2006 auf den Rollstuhl angewiesen und aufgrund ihrer seltenen Muskelkrankheit inzwischen pflegebedürftig ist, am eigenen Leib gemacht. Um auf solche Zustände hinzuweisen, um ein Bewusstsein für Behindertenfeindlichkeit zu schaffen und das Schweigen zu brechen, hat sie Mundtot!? Wie ich lernte, meine Stimme zu erheben – eine sterbenskranke junge Frau erzählt geschrieben. Ihr Buch ist nicht nur die beeindruckende persönliche Geschichte einer mutigen Frau im Kampf mit ihrer Krankheit, sondern auch ein engagierter Appell zum respektvollen Zusammenleben von Menschen mit Behinderung und Nichtbehinderten. Maria Langstroff: MUNDTOT!? Wie ich lernte, meine Stimme zu erheben – eine sterbenskranke junge Frau erzählt 256 Seiten | Taschenbuch mit farbigem Bildteil ISBN 978-3-86265-154-2 | Warengruppe 1-481 9,95 EUR (D) |
DAS THEMA
Der Anteil der Schwerbehinderten an der Gesamtbevölkerung beträgt in Deutschland 8,7 Prozent. Einerseits gibt es engagierte staatliche Bemühungen um Integration, andererseits sind Menschen mit Behinderung auch immer noch von Diskriminierung, Ablehnung und Marginalisierung betroffen.
Das scheint fast unvorstellbar, leben wir doch in einer toleranten und aufgeklärten Gesellschaft. Aber anders als beim Thema Ausländerfeindlichkeit, das inzwischen in der öffentlichen Diskussion angekommen ist, wird das Problem der »Behindertenfeindlichkeit« noch immer wenig beachtet oder gar tabuisiert. Wenn Menschen mit Behinderung durch Diskriminierung und Benachteiligung Steine in den Weg gelegt werden, sind sie aus soziologischer Sicht nicht behindert, sondern sie werden behindert. Die Fragen, die wir uns in unserem Zusammenleben stellen müssen, sind die nach »Norm« und »Normalität« sowie nach dem individuellen und gesellschaftlichen Umgang mit »Abweichung«. |
DAS BUCH
Im Jahr 2006 kommt Maria Langstroff in den Rollstuhl. Grund ist eine seltene Muskelkrankheit, die lange nicht diagnostiziert werden kann und so rapide verläuft, dass sie heute fast am ganzen Körper gelähmt ist.
Trotz dieses Schicksalsschlags, der die Zukunftspläne der engagierten Studentin zunichte zu machen droht, versucht sie, ihre Ziele zu verfolgen und weiter aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Dabei wird sie immer wieder mit Behindertenfeindlichkeit konfrontiert, ob es sich nun um verbale oder sogar tätliche Angriffe auf der Straße handelt oder um Diskriminierungen in Pflegeheimen und Kliniken, wo man sie wie eine Unmündige behandelt. Zuerst reagiert Maria Langstroff geschockt und depressiv auf diese Erfahrungen, doch nach und nach entwickelt sie eine beeindruckende Stärke und lernt, sich gegen Diskriminierung zu wehren und ihre Stimme zu erheben. Davon berichtet sie in ihrem Buch. Mundtot!? erzählt die berührende persönliche Geschichte einer mutigen jungen Frau, die vor allem aufrütteln will. Zugleich ist es ein Zeichen der Solidarität, da es für all jene spricht, die keine Stimme (mehr) haben. |
LESEPROBE
»›Hallo erst mal‹, begrüßten die Jungs, die mich im Krankenwagen transportiert hatten, die Schwestern , ›wir bringen euch eine junge Patientin … Frau Langstroff.‹ – ›Wisst ihr etwas über die Person?‹ – ›Tetraplegie, benötigt Sauerstoff, Ernährung über PEG-Sonde, muskelkra...‹, informierte der dunkelhaarige Sanitäter gerade, als ihn eine Schwester die Augen verdrehend unterbrach. ›Oah nee, wir haben genug Arbeit. Nehmt sie mit‹, sagte sie und es klang nicht danach, als scherzte sie.
Ein paar Wimpernschläge später trat ebenjene auf mich zu, musterte mich mit durchdringenden Blicken, um sich dann doch den Sanitätern zuzudrehen und ihnen Bescheid zu geben, dass ein Bett geholt werde, in welches ich mich legen sollte. Eine Anweisung, die sie eigentlich an mich richten wollte, schaute sie mich doch kurz an.Wieder meldete sich der Dunkelhaarige zu Wort: ›Wir benötigen ein Rollbrett oder müssen sie herüberheben. Sie kann es nicht allein und bis auf den rechten Arm und Kopf ist alles gelähmt.‹ – ›Ganz großes Kino. Wie toll! Kann die überhaupt irgendetwas?‹« Maria Langstroff |
DIE AUTORIN
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